20_minutes_of_attention
Medienkunst im öffentlichen Raum
24. 07. 2008red.
20_minutes_of_ attention. Medien- kunst im öffentlichen Raum
Mitten in der Altstadtidylle Freiburgs werden jeden Abend unter freiem Himmel Videoarbeiten und Computeranimationen von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz gezeigt. Ein zufälliger Blick und ein wenig Zeit genügen also, um im Vorbeigehen einen ersten Einblick in das aktuelle Medienkunstschaffen dieser Region zu bekommen.Mit 20_minutes_of_attention ging im Oktober 2004 ein Medienkunstprojekt an den Start, dessen programmatischer Titel einerseits als Appell an den Betrachter verstanden werden kann, andererseits macht der Name zugleich auf die Schwierigkeit von Kunst im öffentlichen Raum aufmerksam, allzu oft einfach nicht wahrgenommen zu werden. So wurde das von artforum3 initiierte Projekt bewusst in einer der von Touristen und Einheimischen meist frequentierten Gegenden inmitten der Freiburger Altstadt installiert. Wer abends in der Gerberau spazieren geht, dem bietet sich an der rückseitigen Fassade des Hauses an der Insel 3 ein stimmungsvolles Bild. Wechselnde Präsentationen von Computeranimationen und Videosequenzen von zeitgenössischen MedienkünstlerInnen rauschen im Loop über einen Bildschirm direkt über dem Gewerbebach. 20 Minuten Aufmerksamkeit fordern die Arbeiten von den Betrachtern ein – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Bisher wurden Arbeiten folgender Künstler und Künstlerinnen gezeigt: Katrin Agnes (Karlsruhe), Nicolas Boulard (Strasbourg), Anaïs Bucher (Basel), Diana Dodson (Bern), Carine Doerflinger (Strasbourg), Lena Eriksson (Basel), Hanna Frenzel (Berlin), Ilona Gaikis (Karlsruhe), Stefanie Gerhardt (Freiburg), Bettina Grossenbacher (Basel), Matthias Heipel (Freiburg), Hee-Jung Kim (Strasbourg), Lukas Kindermann (Karlsruhe), Marta Kolendo (Karlsruhe), Kai Kraatz (Münster), Ludger Kreilos (Freiburg), Schirin Kretschmann (Berlin), Andreas Lorenschat (Karlsruhe), Antoanetta Marinov (Karlsruhe), Annette Merkenthaler (Freiburg), Dorcas Müller (Karlsruhe), Olsen (Berlin), Hansjörg Palm (Freiburg), Panimix (Strasbourg), Reto Pulver (Basel), Maksymilian Rigamonti (Freiburg), Sonia Piorot (Strasbourg), Christiane Rittner (Freiburg), Marion Ritzmann (Basel), Patricia Roeder (Karlsruhe), Eva Schmeckenbecher (Stuttgart), Horst Sobotta (Freiburg), Marco Schuler (München), Andreas H.H. Suberg & Nico Heyduck (Freiburg/ Frankfurt), Miriam Tute (Karlsruhe), Herbert Wentscher & Lars Patzelt (Freiburg/ Weimar), Tobias Wootton (Karlsruhe).
Allabendlich mutiert das Fenster zur Mattscheibe und öffnet sich virtuell in eine mediale Welt. So entdeckt der zufällige Blick von Außen nicht das Private, sondern gewinnt Einblick in die Vielfalt künstlerischer Welten. Die Außenprojektionen ohne Ton irritieren, verstören und verzaubern gleichzeitig in ihrer Unvermitteltheit, durch die Wahl des Ortes sowie der Form der visuellen Präsentation. 20_minutes_of_attention bricht mit Wahrnehmungskonventionen, indem Kunst im öffentlichen Raum nicht in Form von schweren unverrückbaren Skulpturen präsentiert wird, sondern von im Fluss befindlichen Bildern.
Das Projekt ist ein Angebot, Kunst jenseits institutioneller Grenzen und Schwellen zu erfahren und ein gutes Beispiel dafür, wie Kunst vor Ort durch bürgerschaftliches Engagement ohne öffentliche Subventionen zustande kommen kann. So wurde das Videokunstprojekt realisiert durch die Firma Himmelsbach (Freiburg), deren Geschäftsräume sich im gleichen Haus befinden. Das Programm und die inhaltliche Arbeit wurde bisher unterstützt durch Dr. Riedlinger&Partner/ Wirtschaftsprüfer - Steuerberater - Rechtsanwälte (Freiburg), RAL-Verlag (Freiburg), ZKM Hochschule für Gestaltung (Karlsruhe), STRABAG-Projektentwicklung GmbH (Freiburg).
Informationen zum bisherigen Programm und den beteiligten KünstlerInnen finden Sie hier.
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